Die Entstehungsgeschichte von BIEL BIENNE

Bis 1955 gab es in Biel vier Tageszeitungen: Das «Bieler Tagblatt», das «Journal du Jura», die «Seeländer Volksstimme» (später: Seeländer Volkszeitung) und den zweisprachigen «Express». 1955 wurde der «Express» durch die Firma Gassmann aufgekauft, sein Abonnentenpotential verschwand in den firmeneigenen Blättern «Bieler Tagblatt» und «Journal du Jura». 1966 fusionierte die «Seeländer Volkszeitung» mit der «Berner Tagwacht».
Damit war die letzte Presseopposition auf dem Platze Biel verschwunden: Verleger Gassmann stand konkurrenzlos da. Während 12 Jahren gaben Gassmanns Lokalblätter den Ton an. Sie waren sich dabei ihrer Machtstellung durchaus bewusst: Sie beschäftigten extrem konservative Redaktoren, die sich nicht scheuten, andersdenkende Bürger zu verunglimpfen, Informationen zu unterdrücken und zu manipulieren. Ein Gegendarstellungsrecht gab es in den Gassmann-Blättern nicht, kritische Leserbriefe wurden keine abgedruckt. Mit der Gründung der Zeitung BIEL BIENNE verfolgte das Büro Cortesi (so das «Gründungsmanifest») folgende Ziele:

1. Die Monopolstellung des Hauses Gassmann brechen und den Einwohnern der Region die Möglichkeit geben, sich an einem Konkurrenzorgan zu orientieren.
2. Informieren über Dinge, die uns täglich bewegen, über Politik, Sport, Kultur, auch über scheinbare Nebensächlichkeiten aus dem gesellschaftlichen Leben. Die Informationen sollten journalistisch lebendig und farbig gestaltet, das Lesen von BIEL BIENNE spannend und unterhaltend sein.
3. Toleranz den Andersdenkenden gegenüber beweisen, ob sie nun die Welt verändern wollen oder ob sie, auf der anderen Seite Angst vor Veränderungen haben.
4. Die Zweisprachigkeit fördern: Das Miteinander der beiden Sprachen, die den Geist der Stadt Biel und ihrer Agglomeration prägen, sollte auf das ganze Seeland und den Berner Jura ausgeweitet werden, BIEL BIENNE die Leute der Region einander näher bringen.

Die erste Nummer erschien am 2. Februar 1978. Im Laufe der Zeit hat sich das Erscheinungsbild des BIEL BIENNE inhaltlich und gestalterisch mehrmals gewandelt und sich den neuesten Erkenntnissen im Journalismus und in der Werbung angepasst.